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Bürgerinitiative
Aufsteigen mit Fürsty
Luftverkehr schafft Arbeitsplätze e. V.

Pressemeldungen

27.04.2012

Ein Gespenst geht um in Maisach oder: Rückkehr der Flieger nach Fürsty ohne BMW?

Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet holte in mehreren öffentlichen Stellungnahmen aus den letzten Tagen einmal mehr die Möglichkeit einer Rückkehr der Flieger auf den Flugplatz aus seiner Horrortrickkiste. Da reibt sich so mancher die Augen: Die bösen Flieger, die Bocklet so listenreich vertrieben haben will, müssen jetzt wieder als Buhmänner herhalten, weil die GRÜNEN so unartig waren, auf die Idee zu kommen, die Bürger befragen zu wollen, was sie eigentlich von der Wahl zwischen ursprünglich zwei Übeln halten. Aus den beiden Übeln ist inzwischen nur noch eines geworden: Der Abgas- und Lärmerzeuger BMW. Die Alternative dazu wäre der Erhalt eines einzigartigen Naturschutzgebiets, das mit Biodiversität und Ruhe für die Anwohner, wenn man die Umweltkosten einrechnet , einen „höherwertigen“ (Zitat Bocklet) Nutzen bietet.

Als Bürgerinitiative Pro-Luftverkehr vertreten wir nun seit über 6 Jahren die Ansicht, dass der im Vergleich zum militärischen Flugbetrieb stark verminderte zivile Flugbetrieb aus vielen Gründen eine gute Sache und keineswegs ein Horrorszenario ist. Herr Bocklet hat vehement bis 2006 selbst so argumentiert. Wir wollen diese Argumente hier nicht wiederholen, sie sind unter www.aufsteigen-mit-fuersty.de nachzulesen. Doch schauen wir uns die neuesten Einlassungen von Herrn Bocklet einmal genauer an.

Hier der Faktencheck:

Wie ist die Rechtslage? Herr Bocklet beruft sich öffentlich gern auf die von ihm initiierte LEP-Fortschreibung in der es in Bezug auf Fürsty heißt :„In der Region 14 (München) soll zusätzlich zu der bestehenden zivilen Luftverkehrsinfrastruktur kein neuer Verkehrslandeplatz zugelassen werden“. Dieser Satz sei vom Landtag nur deshalb so beschlossen worden, weil er mit der vorgeblich höherwertigen Nutzung durch BMW begründet werden konnte. Nur seinetwegen habe das Luftamt letztlich die beantragte luftrechtliche Genehmigung verweigert.

Zwei der höchsten bayerischen Gerichte, der Verwaltungs- und der Verfassungsgerichts¬hof, bewerten diese LEP-Fortschreibung jedoch ganz anders, nämlich so: „Bei der angegriffenen Regelung handelt es sich wegen ihres (...) Soll-Characters zwar der Form, nicht aber dem Inhalt nach um ein Ziel der Raumordnung. Ihr Gegenstand ist eine (...) lediglich zu berücksichtigende, nicht zwingende raumordnungsrechtliche Vorgabe. Soll-Bestimmungen regeln die Rechtsfolgen nicht schlechthin verbindlich, sondern lassen Raum für atypische Fallgestaltungen.“ Im Klartext: Das Luftamt hätte die LEP-Änderung in der vorliegenden Fassung durchaus ignorieren können. Die BMW-Nachnutzung hat gar nichts mit der Ablehnung des zivilen Flugbetriebs zu tun, und es ist nicht Aufgabe des Luftamts, solche Alternativen zu bewerten. Bestehende Verkehrslandeplätze könnten durchaus erweitert werden, und Sonderlandeplätze sind nicht einmal erwähnt, sie könnten ohnehin überall genehmigt werden. An der LEP-Änderung hat es also offensichtlich gar nicht gelegen! Herrn Bocklet, 1. Vizepräsident des Landtags, der im Verfahren unserer Popularklage eine eigene Stellungnahme dazu abgegeben hat,sollte deshalb diese inzwischen rechtskräftige Auslegung sehr wohl bekannt sein.

Wäre Flugbetrieb überhaupt weiter möglich? Im Prinzip durchaus und dies außerdem mit geringem Aufwand, solange die Startbahn ganz oder wenigstens in einer Länge von möglichst 1500 m inkl. Stoppbahn weiter existiert, mindestens aber eine Bahn von ca. 1000 m. Dies ist übrigens im Maisacher Konzept genauso vorgesehen. Man kann davon ausgehen, daß die Bahn aus Gründen der immensen Entsorgúngskosten für den Betonschutt und der Chance auf Vervielfachung der Kosten, falls – wie zu erwarten – Altlasten aus den 40er und 50er Jahren gefunden würden, noch lange so bleiben wie sie jetzt ist. In Neubiberg liegt die ehemalige Startbahn seit nun 17 Jahren verlassen herum, und die zuständige Gemeinde Unterhaching verzichtet vorsichtshalber auf die Realisierung ihrer ursprünglichen Baupläne und schreibt sogar lieber den Kaufpreis von seinerzeit 7,5 Mio € ab, als daran zu rühren.

Für Maisach böte sich also, wenn alle anderen Überlegungen mangels Durchführbarkeit scheitern sollten, evtl. als Plan C,D oder E noch an, an beiden Enden und in der Mitte der Startbahn je eine große Windkraftanlage aufzustellen. Damit könnte sie neben den ungeliebten Außenlandungen der BW-Flugsportgruppe sicher auch die geplanten nächtlichen Hubschrauber-Stunts im Bereich der Polizei gleich mit verhindern. Im Einklang mit der örtlichen veröffentlichten Meinung, ließe sich dies noch dazu als volkswirtschaftliche Großtat verkaufen.

Was würde es bedeuten, ein neues Genehmigungsverfahren für Flugbetrieb zu betreiben? Das LEP in heutiger Fassung stünde zwar nicht dagegen, aber ein ganz neues LEP mit noch unbekanntem Inhalt wird in 1-2 Jahren in Kraft treten, wenn das hinter den Kulissen sich abspielende Hauen und Stechen unter den Fraktionen zu Ende ist. Dem Vernehmen nach soll es gestrafft sein und nicht mehr für jeden Wahlkreis Einzelregelungen treffen, die den Zweck haben, den örtlichen Vertreter im Landtag gut aussehen lassen. Ein neuer Genehmigungsantrag könnte nicht mehr im relativ kurzen Konversionsverfahren über 1-2 Jahre laufen, sondern müsste den langen Weg durch alle Instanzen der Gerichte von der Raumordnung bis zum Bebauungsplan und zur Betriebsgenehmigung gehen. Erfahrungswerte dafür sind 5-15 Jahre, sowie Gutachter-, Gerichts- und Anwaltskosten von mindestens 5 Mio €. Der Grundstückskauf und nun wesentlich höhere Rück- und Umbaukosten würden bis dahin mit mindestens 10 Mio € zu Buche schlagen. Insgesamt kämen auf den Antragsteller das 8-10-fache der Kosten, wie 2008 unter den Bedingungen des Konversionsverfahrens veranschlagt, zu. Selbst wenn ein Investor diese Beträge aufzubringen bereit wäre, schrecken das Risiko und die Ungewissheit des Verfahrensausgangs nachhaltig ab, denn jeder Investor möchte schließlich, daß der Erfolg noch zu seinen Lebzeiten eintritt. Die Ansiedlung etwa eines Flugzeug-Montagebetriebs mit einigen 100 nachhaltigen Arbeitsplätzen, wie 2006 von der damaligen Betriebsgesellschaft angekündigt, würde kein Investor angesichts derart langer Zeiträume verantworten können, zumal sich in deren Ländern solche Projekte schneller und billiger verwirklichen lassen, oft mit erheblichen staatlichen Subventionen vor Ort.

Nebenbei gesagt: Eine Startbahn, wie die von Fürsty, heute neu zu bauen, kostet 500 bis 800 Mio €. Der Steuerzahler hat solche Beträge gerade für Berlin und Frankfurt aufgebracht, für München soll er ebenfalls in dieser Größenordnung zur Kasse gebeten werden. In unserer Region 14 sind bis jetzt zwei solcher öffentlich finanzierte Bahnen stillgelegt worden (Fürsty und Neubiberg), eine dritte wird in absehbarer Zeit dazu kommen (Erding). Hier darf doch die Frage erlaubt sein, ob es nicht gerecht wäre, dass diejenigen, die von dieser Entwicklung in Form von Ruhe und Immobilienwertzuwächsen profitieren, einen Lastenausgleich, etwa an die Attachinger (das ist ein Ort bei Freising im Abflugsektor der geplanten 3. Startbahn MUC II) zahlen? Wo bleibt der sonst oft zu hörende Mahnruf unserer Politiker nach mehr Verteilungsgerechtigkeit?

Was wird aus dem Naturschutzgebiet? Das Fürsty-Gelände ist überwiegend FFH-Gebiet – dank der Zustimmung der Gemeinden und des Landkreises vor gerade mal 10 Jahren. Damit ist die fliegerische Weiternutzung erlaubt, verboten ist nur eine Verschlechterung des natürlichen Umfeldes, z.B. durch Bau von BMW-Rundkursen. Dies ist der größte Schwachpunkt des Maisacher Konzepts. Um das zu heilen sind Ausgleichsflächen in der Nähe im Rahmen eines sogenannten Kohärenzverfahrens zu schaffen. Zudem muss dazu u.a. das notwendige öffentliche Interesse an einem VIP-Zirkus ausschließlich für BMW-Kunden begründet werden. „Förderung der Verkehrssicherheit!“ steht dazu schlicht im Maisacher Konzept. Aber würde eine derart an den Haaren herbeigezogene Begründung für einen VIP-Zirkus für BMW-Kunden vor dem Verwaltungsgerichtshof wohl Bestand haben? Es fehlt jetzt nur noch ein Appell von Herrn Bocklet an die GRÜNEN, die BMW-Anlagen endlich zu befürworten, weil BMW als Produzent aus der Region grundsätzlich zu bevorzugen sei – das wäre ähnlich bizarr!

Während das Kohärenzverfahren zur Verlegung von Vogelnestern, Heilpflanzen, den Standorten seltenster Schmetterlinge und geschützen Wirbeltieren zum Mallertshofer Holz noch nicht einmal abschließend geplant, geschweige denn genehmigt ist, wird auf dem Fürsty-Gelände schon mal fleißig gebuddelt und gedüngt, und Naturschützern, die dort beobachten und diese Vorgehensweise dokumentieren möchten, werden buchstäblich jede Menge Steine in den Weg gelegt. Ist diese Methode, vollendete Tatsachen zu schaffen bevor der Rechtsweg ausgeschöpft ist, beim Treffen in der letzten Woche zwischen CSU-Chef Seehofer und BMW-Chef Reithofer in Andechs bekräftigt worden? Braucht BMW nun keine Sorgen mehr zu haben, dass jemand alles vor Gericht aufhält? Das öffentliche Interesse bestünde hier wohl weniger in der Verkehrssicherheit, sondern vor allem in Erkenntnissen über die Gewaltenteilung in Bayern in Theorie und Praxis.

Die Gemeinde Maisach und ihr Plan B: Der Maisacher Gemeinderat führt an, man könne sein Projekt nicht mehr stoppen, weil schon zu viel Geld investiert worden sei, sagt aber nicht wie viel eigentlich genau und von wem. Der Flugplatzbetreiber FFB GmbH und deren Gesellschafter sowie der Freistaat haben in das Projekt Verkehrslandeplatz über 12 Jahre ca. 7 Mio € gesteckt. Wieso durfte das gestoppt werden? Beim Transrapid wurden den beteiligten Firmen Abwicklungskosten in 3-stelliger Millionenhöhe erstattet, beim 2. S-Bahn-Tunnel wird es ähnlich kommen, wo also ist das Problem?

Wir haben 2008 vorgerechnet, dass das Fahrtrainings-Zentrum für BMW selbst bei Vollauslastung ein permanenter Verlustbringer ist. Die Unbekannte für uns war dabei, wie BMW den Imagewert des Betriebs einschätzt und was durch Untervermietung eingenommen werden kann. Dieser Betrag könnte sich konjunkturabhängig schnell nach unten verändern, während die Abschreibungen konstant bleiben. Zur Zeit bewirbt BMW sein Fahrertraining über Gewinnspiele, was nicht für wirklich große Nachfrage auf dem freien Markt spricht. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass BMW sobald das Gelände, von endlich Naturschutzauflagen „befreit“ ist und Bauerwartungsland geworden ist, die Grundstücke mit großem Gewinn weiterverwertet. Ist das der Plan B?

Schon lange war nicht mehr von der Ansiedlung des Trabsportvereins die Rede und Ansiedlungen von anderen, produktiveren Bereichen von BMW könnten wohl nur auf Fürstenfeldbrucker Gebiet im ehemaligen Kasernengelände gelingen, sie sind also kaum von Interesse für Maisach. Wir vermuten, dass der geheimnisvolle Plan B einfach aus der Genehmigung von immer mehr Doppelhaushälften für Pendler besteht. Ob dies eine zukunftsträchtige Lösung ist, mag man nach Lesen der Neuland-Studie von 2008 – Auftraggeber war der Landkreis FFB – die dem Kreis noch bis 2020 leichtes Wachstum, aber dann Rückgang vor allem wegen Überalterung vorhersagt, bezweifeln. Es fehlt halt an jungen Leuten, die nicht nur in Maisach schlafen und tagsüber in München einkaufen. Dazu müsste der Landkreis gemäß den Neuland-Empfehlungen u.a. seine Infrastruktur ausbauen und seine Alleinstellungsmerkmale, z.B. den Flugplatz, pflegen.

Schlußfolgerung:

(1) Die LEP-Fortschreibung verhindert als Soll-Vorschrift den rein technisch auch nach Verwirklichung des Maisacher Konzepts weiter möglichen Flugbetrieb nicht mehr und nicht weniger als ohnehin nach geltender Rechtslage möglich, aber

(2) aus Gründen der Kosten und der Dauer eines neuen Genehmigungsverfahrens ist es völlig unrealistisch, einen Investor zu finden.

(3) Wir bewerten das Maisacher Konzept aus Gründen des Naturschutzes und wirtschaftlich eher pessimistisch.

Genau in dieser Situation müsste es gerade für die Gemeinde Maisach von Interesse sein, die Absicht der GRÜNEN, eine Bürgerbefragung durchzuführen, zu unterstützen. Sollte sich tatsächlich eine Mehrheit für das Maisacher Konzept ergeben, würde man auf diese Weise Entwicklungen wie in bei Stuttgart 21 vermeiden. Findet sich keine Mehrheit, wäre ein Konzept aus dem vorigen Jahrhundert gescheitert, doch der Natur bliebe ein Schutzraum erhalten.

Aus diesen Gründen befürworten wir das Vorhaben der GRÜNEN. Wichtig ist uns dabei volle Transparenz. Die Geheimniskrämerei muss ein Ende haben, alle Sonderabsprachen und alle Provisionszahlungen, etwa an die Gemeinde Eching, müssen auf den Tisch, es dürfen keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden, sonst kann kein Bürger fundiert entscheiden. Unsere BI wird sich mit ihrem Wissen dabei nicht zurückhalten.

Um sogleich ein Beispiel für Transparenz geben: Weder wird unsere BI von den GRÜNEN oder vom Bund Naturschutz finanziert, noch ist es umgekehrt. Allerdings haben wir von Beginn an alle Aktivitäten zum Erhalt der Natur auf dem Fluggelände unterstützt, u.a. bei Ausstellungen und Führungen auf dem Gelände für Experten oder Naturfreunde, und bei der Foto-Dokumentation von Frau Th. Ritz-Burgstaller. Wir sind zwar in der Bewertung der Sinnhaftigkeit des Flugbetriebs mit den GRÜNEN nicht einig, bei der Bewertung des Maisacher Konzepts sind wir es offensichtlich durchaus.

(Klaus-Peter Sternemann
Schriftführer)

Download Ein Gespenst geht um in Maisach

26.10.2011

Stellungnahme zur Schließung des Bundeswehr-Standorts Fürstenfeldbruck

„Wir brauchen keinen Flugplatz in Fürstenfeldbruck... “ sagten die Lokalpolitiker noch, als die Bundeswehr vor über 10 Jahren den militärischen Flugbetrieb einstellte. Damit war der vollständige Abzug absehbar und nur noch eine Frage der Zeit. Zu spät setzte sich die Erkenntnis durch, dass „…ein Luftwaffenstandort ohne Flugplatz nicht attraktiv ist.“ (OB Kellerer) . Unsere Bürgerinitiative hatte sich seit 2007 für die Erhaltung der wertvollen Infrastruktur ) bei stark vermindertem zivilen Flugbetrieb und Ansiedlung weiterer Betriebe, inklusive der Interessenten BMW Motorsport und Trabsportverein eingesetzt, wurde aber damals nicht ernst genommen. Für uns deshalb nicht überraschend, prognostizierte im März 2011 eine Studie ) der Stadt München zwar ein beachtliches Wachstum an Wirtschaftskraft und Erwerbstätigkeit im gesamten Münchner Umland bis 2025, ausgenommen allerdings im Landkreis FFB.
Welche Möglichkeiten bleiben? Nachdem im Gewerbegebiet Hasenheide trotz langjähriger Werbung bisher nur wenige Betriebe angesiedelt werden konnten, werden neue Investoren jetzt kaum Schlange stehen, um Teile des frei werdenden Geländes zu aufzukaufen und zu bebauen. Die aussichtsreichste Lösung wäre, das BMW-Fahrtrainingszentrum nun auf dem freiwerdenden Gelände statt mitten im Naturschutzgebiet anzusiedeln. Immerhin hatte BMW seinerzeit ein Investitionsvolumen von 48 Mio. € zugesagt.

1) Die neue Startbahn am Flughafen Frankfurt hat etwa die gleichen Abmessungen wie die existierende in Fürsty. Die Baukosten in Frankfurt betrugen 600 Mio. €
2) Erwerbstätigen-Prognose für die Landeshauptstadt München und die Landkreise der Planungsregion 14, Empirica Berlin, März 2011

Download Stellungnahme zur Schließung des Bundeswehr-Standorts Fürstenfeldbruck

17.05.2011

Bürgerinitiative „Aufsteigen mit Fürsty“, Fliegerclub München und Privatkläger reichen Popularklage gemäß Art.98 Satz 4 der Bayerischen Verfassung ein..

Die Diskussion um die Nachnutzung des Flugplatzgeländes Fürstenfeldbruck zieht sich seit 1992 mit der Erteilung der Betriebsgenehmigung des Verkehrsflughafens München II und dem Vergleich vor dem Bundesverwaltungsgericht hin. Damals hatte der Freistaat sich verpflichtet, einen „…angemessenen Ersatzflugplatz für die Allgemeine Luftfahrt im Raum München (Planungsregion 14)…“ zu schaffen. Der Freistaat ließ zu diesem Zweck eigens eine Betreibergesellschaft gründen mit dem Auftrag, diesen Ersatzflugplatz in Fürstenfeldbruck zu schaffen und zu betreiben. Er unterstützte dies Ziel über 10 Jahre lang, um es dann, als angeblich durch den plötzlichen Bedarf der BMW Group an einem aufwendigen Fahrtrainings- und PR-Zentrum eine „hochwertigere“ Nutzung erkennbar war, durch eine rechtlich fragwürdige rückwirkende Fortschreibung des Landesentwicklungs-Programms (LEP) von 2006 völlig aufzugeben. Die Rechtmäßigkeit dieses Verfahren wird heute vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof weiter verhandelt und verwaltungsrechtlich bewertet.
Mit der Popularklage soll darüber hinaus festgestellt werden, ob eine Rechtsnorm des bayerischen Landesrechts, hier die LEP-Fortschreibung von 2010, die Grundrechte gemäß der Bayerischen Verfassung einschränkt. Die Kläger sehen dies unter anderem hinsichtlich des Rechtsstaatsgebots (Artikel 3) und des Willkürverbots (Artikel 118) gegeben. Sie belegen, dass die Rechtsänderung durch nachweislich falsche Tatsachenbehauptungen begründet und das Anhörungsrecht der Betroffenen nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Eine ausreichende Abwägung der möglichen Varianten hat nicht stattgefunden. Die geplante Ansiedlung eines BMW-Fahrtrainingszentrums genau an dieser Stelle diente offensichtlich dazu, den Flugbetrieb, wie im Sommer 2006 beantragt, unmöglich zu machen. Die Gründe, die gegen den Flugbetrieb angeführt werden, nämlich Belastung der Bevölkerung und Verbrauch an Siedlungs-, Gewerbe- und Erholungsflächen, gelten für das Fahrtrainingszentrum genauso, rechtfertigen also keinen Ausschluss allein des Flugbetriebs gleich über das Landesplanungsrecht.
Ziel der Klage ist, durch eine einstweilige Verfügung die LEP-Fortschreibung von 2010 für unwirksam erklären zu lassen.

Download Pressemeldung zur Popularklage

16.04.2009

Nachhaltige Politik sieht anders aus

Jetzt ist es offiziell: Auf dem ehemaligen Militärflugplatz Fürstenfeldbruck wird weiter geflogen!

Einerseits ist das erfreulich, denn für eine fliegerische Mitbenutzung des Geländes haben wir uns, vor allem wegen der Aussicht auf viele qualifizierte und dauerhafte Arbeitsplätze, jahrelang stark gemacht. Andererseits ist die aktuelle Entwicklung erschreckend, denn nun wird an zwei Stellen auf dem Flugplatz unabhängig von einander geflogen. Ein Provisorium, dass es in dieser Form in Deutschland noch nicht gegeben hat.

Diese Entwicklung ist in keinster Weise zielführend und sinnvoll! Schuld an diesem Dilemma hat nicht zuletzt die Lokalpolitik, allen voran Herr Bocklet! Statt eine nachhaltige und wirtschaftlich sinnvolle Lösung unter Einbeziehung einer fliegerischen Nutzung für des Geländes anzustreben, zielten alle Bemühungen der Lokalpolitik auf das Ende des Flugbetriebes. Auch ignorierte die Lokalpolitik hartnäckig alle Hinweise auf das laufende Konversionsverfahren vom Militärflugplatz hin zu einem zivilen Verkehrslandeplatz und betrieb nach bayrischer Manier schon mal die Entwidmung des Geländes, um unumkehrbare Tatsachen zu schaffen und den Flugbetrieb ein für alle mal zu stoppen. Daraus wird nun dank der weitsichtigen Entscheidung der Wehrverwaltung nichts.

Herrn Bocklet verdanken wir im Übrigen auch die doppelte fliegerische Nutzung des Geländes, denn er war es, der der Bundeswehrsportfliegergruppe bereits frühzeitig anbot auch nach einem Ende des offiziellen Flugbetriebes auf dem militärischen Teil des Geländes weiterhin fliegen zu dürfen. Mit diesem Schritt wollt er einen Keil zwischen die unterschiedlichen fliegerischen Nutzer des Geländes treiben. Dies ist ihm aber auf Grund der sehr guten internen Kommunikation aller Beteiligten nicht gelungen. Vielmehr freuen sich alle Luftfahrtexperten auf die richtige und wichtige Entscheidung der Wehrbereichsverwaltung, dass weitergeflogen werden kann und die wichtige Aufgabe der Luftrettungsstaffel weiterhin vom Flugplatz Fürsty durchgeführt wird. Auch wenn eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung anders aussieht!

Nach dem nun alle politischen Versuche nach Gutsherrenmanier schnell Tatsachen zu schaffen als gescheitert anzusehen sind rufen wir von der Bürgerinitiative Aufsteigen mit Fürsty – Luftverkehr schafft Arbeitsplätze e. V. erneut alle Beteiligten zum ehrlichen Dialog auf. Lasst uns gemeinsam ein Nutzungskonzept für das Gelände entwickeln, dass alle Nutzer und Interessen gleichermaßen berücksichtigt, das nachhaltige ist und der Region langfristig hilft sich von einer Schlafstadt hin zu einem prosperierenden Wirtschaftszentrum zu entwickeln.

Download Pressemeldung zur aktuellen Entwicklung.

05.04.2009

„Fürsty Info 2009 war ein voller Erfolg“

Mit diesen Worten schloss Bernhard Morell, 1. Sprecher der Bürgerinitiative „Aufsteigen mit Fürsty“, am Samstag gegen 17:30 Uhr die als Informationsveranstaltung zum Thema zivile Nachnutzung des von der Luftwaffe nicht mehr benötigten Fluggeländes angekündigte Veranstaltung. „Unsere Ziele, die Anwohner besser zu informieren und einzubinden und zugleich den Verkehrslandeplatz Fürstenfeldbruck als einzigen Zugang der Allgemeinen Luftfahrt zur Landeshauptstadt München mit Betriebspflicht und ausreichender Infrastruktur bekannt zu machen, wurden erreicht. Die Veranstaltung war wesentlich besser besucht als im Vorjahr, was nicht nur auf das gute Wetter, sondern auch auf das aktuelle Interesse der Anwohner zurückzuführen ist.“

Mehr als 1000 Besucher, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche kamen zu Fuß, per Rad, per S-Bahn oder mit dem Auto. Im Rahmen einer Sondergenehmigung gab es 91 Flugbewegungen. Die längste Anreise hatten zwei Piloten aus Egelsbach bei Frankfurt/M.

„Das ist etwa die Verkehrsmenge, die zu erwarten wäre, wenn uns Betriebszeiten wie 2006 beantragt, endlich genehmigt würden.“ sagte Andreas Boehl, Geschäftführer der Betreibergesellschaft. Lärmbeschwerden gingen bis zum Sonntag-Abend nicht ein.

Die Besucher aus der näheren Umgebung zeigten sich gut informiert und fragten nach den Chancen für die Zukunft des Flugbetriebs, falls die Planung der Gemeinde Maisach verwirklicht würde. Darin soll ausgerechnet dasjenige Gelände, das für den zivilen Flugbetrieb vorgesehen ist, an die BMW Group zwecks Einrichtung von Fahrtrainingsstrecken verkauft werden.

In vielen Einzelgesprächen und anhand der Planungsunterlagen wurden die Besucher über Chancen und Risiken der Planungsvarianten informiert. Die Veranstalter erklärten jedem Interessenten ausführlich ihren Alternativ-Vorschlag, der sowohl Platz für BMW als auch für alle anderen Interessenten einschließlich Flugbetrieb vorsieht, damit automatisch den besten wirtschaftlichen Nutzen erzielt und die finanziell und juristisch sehr aufwendige Verlegung der Naturschutzflächen mit ungewissem Ausgang und Verwaltungsgerichtsverfahren über viele Jahre überflüssig macht.

Viele Besucher ließen sich über die Rechtsfolgen der aktuell im Anhörungsverfahren befindlichen Änderung des Landesentwicklungsprogramms (LEP) informieren. Nach Ansicht der BI handelt es sich bei dieser Änderung im Fall Fürsty um eine reine Alibi-Veranstaltung des Wirtschaftsministers, da das laufende Konversionsverfahren davon nicht betroffen sei. „Die CSU versucht, sich mit diesem Trick über die Europawahlen zu retten, vergisst aber, das gerade bei dieser Wahl vor allem die jüngeren, berufstätigen Wähler zu Wahl gehen, während sich die älteren ohnehin nicht zur Wahlurne bemühen.“ sagte ein Besucher.

Fast alle Besucher ermunterten Betreibergesellschaft und Bürgerinitiative, sich nicht einschüchtern zu lassen und sich weiter intensiv für die Erhaltung des Verkehrslandeplatzes „Fürsty“ einzusetzen.

Nicht nur Kreis- und Landespolitik wurden erörtert. Bei fast idealem Wetter buchten rund 100 Besucher Rundflüge in Richtung München oder Ammersee zu Selbstkostenpreisen und gelangten auf diese Weise zu einem besseren Überblick über die Lage. Bei Leberkäs’ und Kuchen, Limo, Kaffee oder Bier musste auch niemand hungern oder dürsten.

„Wir machen weiter!“ sagten die Veranstalter einhellig am Abend.

Download offizielle Pressemeldung zur Veranstaltung.

28.07.2008


Offener Brief zum 45. Geburtstag des Sonderflugplatzes Jesenwang

Sehr verehrter Herr Walch,

am 2.8. wird Ihr großes Jubiläum gefeiert; eine Anzahl von illusteren Gästen werden dem Fest den angemessenen und würdigen Rahmen verleihen. Landrat Karmasin übernimmt die Schirmherrschaft, aktive bzw. außer Dienst gestellte Staatsminister, die Herren Goppel und Bocklet werden sprechen, und der wirtschafts- und verkehrspolitische Sprecher der CSU-Fraktion, Herr Josef Pschierer, wird den Gästen die Bedeutung des Flugplatzes Jesenwang für die Planungsregion 14 in Vergangenheit und Zukunft erläutern.

Unsere lokale Presse wird berichten, wie Sie sich die Entwicklung Ihres Platzes in den nächsten 20 Jahren vorstellen und, sachlich falsch aber dafür politisch korrekt, zum Schluss kommen, dass Ihr Flugplatz als Heimat der allgemeinen Luftfahrt für die Region eine große Zukunft vor sich habe, wenn er nur ein wenig ausgebaut werden dürfe. Neben dem Sonderflugplatz Oberpfaffenhofen, der gerade seine erweiterte Betriebs-Genehmigung bekommen hat, sei damit jeder weitere denkbare Bedarf in Zukunft abdeckt. Dafür werden Sie mit Dank und Beifall der Politik belohnt, Unterstützung des Freistaats im Genehmigungsverfahren und bei den Kosten werden in Aussicht gestellt werden.

Vertreter unserer Bürgerinitiative, die sich für eine zukunftsweisende und nachhaltige Luftfahrtpolitik zum Vorteil der Region engagiert, sind nicht eingeladen. Deshalb möchten wir Ihnen auf diesem Wege nicht nur von ganzem Herzen zum 45. Jubiläum gratulieren, sondern das Ergebnis Ihrer Ausbauvorhaben (Startbahnverlängerung auf 600 m, Hallen-Neubauten bzw. –Erweiterungen) mit den möglichen Dienstleistungen der Flugplätze in der Region 14 in der folgenden Tabelle vergleichen. Wir glauben, diese Zahlen sprechen für sich, sie sprechen, nachdem Klarheit (Vorbehaltlich des Ausgangs zahlreicher Gerichtsverfahren) für Oberpfaffenhofen geschaffen worden ist, für Fürstenfeldbruck! Die Betriebsgenehmigung für Fürstenfeldbruck ist seit vielen Wochen entscheidungsreif, Ihre Ausbau-Pläne dagegen haben noch lange Verfahren und hohe Planungskosten vor sich. Ein Ausbau von Jesenwang widerspräche dem Konzept, eine gerechte Verteilung von Nutzen und Lasten auf 3 Flugplätze, statt auf nur 2, zugunsten einer kleinen Minderheit von Gegnern herbeizuführen.

Wir werden in den nächsten Tagen sehen, ob die Staatsregierung dem 850-jährigen München lieber einen bedarfsgerechten Verkehrslandeplatz, mit realistischen Chancen für die Ansiedlung von bis zu 600 Arbeitsplätzen, wie er in jedem anderen Ballungsraum in Europa selbstverständlich ist, oder BMW zuliebe eine Spielwiese für das Kind im Manne in Form von Fahrer-Trainingsstrecken in einem ausgewiesenen Naturschutzgebiet spendiert. Bei einer Entscheidung gegen Fürsty wäre München damit endgültig vom Hauptteil der Allgemeinen Luftfahrt abgeschnitten: Das hat das 850-jährige München nicht verdient!

 

Jesenwang

Fürstenfeldbruck

Oberpfaffenhofen

Sicherheit?

 

 

 

Sichere Starts und Landungen für Flugzeuge bis 2 t Abfluggewicht?

Nein*[1])

Ja

Nein[2])

Sichere Starts und Landungen für Flugzeuge bis 5 t Abfluggewicht?

Nein

Ja

Ja

Starts und Landungen nach JAR-OPS Vorschriften, d.h. kommerzieller Betrieb möglich?

Nein[3])

Ja

Ja

Starts und Landungen nach Instrumentenflugregeln?

Nein

Nein[4])

Ja[5])

 

 

 

 

Dienstleistungsangebote und Nutzen für die Region?

 

 

 

Stand- und Hallenplätze für über 150 Luftfahrzeuge

Neubau[6])

Ja

Neubau

Anschluss an öffentlichen Nahverkehr

Nein

Ja

Ja

Arbeitsplätze direkt / indirekt durch den Flugplatz

5 / 60

10 / 600

35 / 3000+

Betrieb mit Very Light Jets[7]) möglich?

Nein

Ja

Ja

Sicherheitsflächen für zukünftigen GBAS/SBAS[8])-Betrieb vorhanden?

Nein

Ja

Ja

Schallschutz-Norm eingehalten für 40.000 Bewegungen p. a.

Strittig

Ja

Strittig

Betriebspflicht?

Nein

Ja

Nein

Anzahl von Einsprüchen gegen eine neue Genehmigung

Noch unbekannt

600

30.000



[1]) - Sichere Starts und Landungen sind möglich, wenn Flugzeuge völlig unökonomisch betrieben werden, etwa wenn nur 1 Pilot mit wenig Treibstoff startet, um anschließend in Fürstenfeldbruck nachzutanken und dort die Passagiere für die eigentliche Reise aufzunehmen.

[2]) - Technisch möglich, aber nicht mit der neuen Genehmigung beantragt.

[3]) - Start-/Landebahnlängen von 1400 m je nach Flugzeugtypen sind europäische Norm. Viele Flugplätze in der EU haben sich, unterstützt von ihren Gemeinden und Landkreisen, inzwischen dieser Vorschrift angepasst.

[4]) – Bei schlechtem Wetter kann zumindest von/bis zum nahe gelegenen Funkfeuer Maisach sicher geflogen werden.

[5]) – Bei neuer Genehmigung nur Instrumentenflugbetrieb möglich.

[6]) – Ein Bauantrag würde vorauss. zu erheblichen Diskussionen führen und erst nach langer Zeit mit Auflagen genehmigt werden.

[7]) – Es handelt sich um 4-6 sitzige, leise, schnelle Flugzeuge mit Abfluggewichten zwischen 1,5 und 4 Tonnen, die von nur einem Piloten gesteuert werden dürfen und denen ein großer Marktanteil in der zukünftigen Geschäftsfliegerei vorausgesagt wird.

[8] ) – „Ground/Space Based Augmentation System“, ersetzt ein klassisches Instrumenten-Landesystem durch Verfahren, die auf Satelliten-Navigation basieren, mit gleicher Qualität, aber ohne Installations- und Betriebskosten am Boden. Es ist eines der Dienste, die GALILEO anbietet und wird die Flugsicherheit an Verkehrslandeplätzen in Zukunft erheblich verbessern.



Wir wünschen Ihnen von Herzen, dass Sie in weiteren 45 Jahren tatsächlich auf dem Jesenwanger Gelände das erreichen können, was Fürsty sofort bieten könnte.

Ihre Bürgerinitiative Aufsteigen-mit-Fürsty

Download Offener Brief an Herrn Walch

28.07.2008

Was wird aus der Allgemeinen Luftfahrt in München?

Als Bürgerinitiative, die sich für mehr Arbeitsplätze in der Region einsetzt, begrüßen wir die Entscheidung der Regierung von Oberbayern vom 25. 7. 2008, am Sonderlandeplatz Oberpfaffenhofen neben dem Werkverkehr, wie bisher auch, für den „Qualifizierten Geschäftsreiseverkehr“, gemeint sind Flugzeuge über 2 Tonnen Abfluggewicht, die nach Instrumentenflugregeln fliegen, zu öffnen. Es zeigt sich, dass das Ziel, möglichst viele Arbeitsplätze in der Region zu halten, von der Politik ernst genommen wird. Zu Zeiten eines beginnenden konjunkturellen Abschwungs ist das ein positives Signal.

Diese Entscheidung ist der Bayerischen Staatsregierung angesichts der im September anstehenden Landtagswahlen und der rund 30.000 Einsprüche gegen diese Betriebserweiterung sicher nicht leicht gefallen. Umso eher wird sie in Versuchung sein, den bestehenden Sonderlandeplatz Jesenwang anstelle eines 17 Jahre lang favorisierten Verkehrslandeplatzes Fürstenfeldbruck mit europäischem JAR-OPS-Standard weiter zu fördern. Aber ist das wirklich die Lösung?

Zur Feier des 45. Jubiläums des Flugplatzes Jesenwang am 2.8.2008 wünschen wir in einem offenen Brief dem Betreiber alles Gute und weiter viel Erfolg, stellen aber für alle Beteiligten nachvollziehbar die Daten der Flugplätze im Münchener Westen gegenüber. Ein Blick auf die Daten dieser Flugplätze zeigt, dass Jesenwang, auch nach einer angedachten Bahnverlängerung auf 600 m, keinesfalls als Ersatz für Fürstenfeldbruck dienen kann.

Wird die Aussicht auf eine Erhöhung der Anzahl von Flugbewegungen um 50 % in Jesenwang wirklich weniger Widerstand bei den wahlberechtigten Anwohnern hervorrufen als bei denen um Fürstenfeldbruck herum? Was Emissionen und Lärm betrifft, so haben die noch die Wahl zwischen 50.000 Trainingsstunden pro Jahr auf dem geplanten BMW-Fahrtrainings-Gelände oder höchstens 20.000 Abflügen von Flugzeugen unter 5 Tonnen Abfluggewicht zu je 3 Minuten, also insgesamt weniger als 1000 Stunden.

Download Pressemitteilung Zukunft allgemein Luftfahrt in München

25.07.2008

Erweiterte Betriebsgenehmigung EDMO erteilt!

Als Bürgerinitiative, die sich für mehr Arbeitsplätze in der Region einsetzt, begrüßen wir die Entscheidung des Luftamts von heute. Es zeigt sich, dass das Ziel, möglichst viele Arbeitsplätze in der Region zu halten, von der Politik ernst genommen wird. Zu Zeiten eines beginnenden konjunkturellen Abschwungs ist das ein positives Signal.

Wir erwarten, dass nun bald die Genehmigung für Fürstenfeldbruck erteilt wird, und nicht etwa den Partikular-Interessen des Flugplatzes Jesenwang entsprochen wird. Eine Betriebsgenehmigung für Fürstenfeldbruck entsprechend dem ebenfalls entscheidungsreifen Antrag darf nun nicht mehr länger hinausgezögert werden. Ein Blick auf die Daten der Flugplätze zeigt, dass Jesenwang, auch nach der angedachten Bahnverlängerung auf 600 m, keinesfalls als Ersatz für Fürstenfeldbruck dienen kann.

 

Jesenwang

Fürstenfeldbruck

Oberpfaffenhofen

Sicherheit?

 

 

 

Sichere Starts und Landungen für Flugzeuge bis 2 t Abfluggewicht?

Nein*[1])

Ja

Nein[2])

Sichere Starts und Landungen für Flugzeuge bis 5 t Abfluggewicht?

Nein

Ja

Ja

Starts und Landungen nach JAR-OPS Vorschriften, d.h. kommerzieller Betrieb möglich?

Nein[3])

Ja

Ja

Starts und Landungen nach Instrumentenflugregeln?

Nein

Nein[4])

Ja[5])

 

 

 

 

Dienstleistungsangebote und Nutzen für die Region?

 

 

 

Stand- und Hallenplätze für über 150 Luftfahrzeuge

Neubau[6])

Ja

Neubau

Anschluss an öffentlichen Nahverkehr

Nein

Ja

Ja

Arbeitsplätze direkt / indirekt durch den Flugplatz

5 / 60

10 / 600

35 / 3000+

Betrieb mit Very Light Jets[7]) möglich?

Nein

Ja

Ja

Sicherheitsflächen für zukünftigen GBAS/SBAS[8])-Betrieb vorhanden?

Nein

Ja

Ja

Schallschutz-Norm eingehalten für 40.000 Bewegungen p. a.

Strittig

Ja

Strittig

Betriebspflicht?

Nein

Ja

Nein

Anzahl von Einsprüchen gegen eine neue Genehmigung

Noch unbekannt

600

30.000



[1]) - Sichere Starts und Landungen sind möglich, wenn Flugzeuge völlig unökonomisch betrieben werden, etwa wenn nur 1 Pilot mit wenig Treibstoff startet, um anschließend in Fürstenfeldbruck nachzutanken und dort die Passagiere für die eigentliche Reise aufzunehmen.

[2]) - Technisch möglich, aber nicht mit der neuen Genehmigung beantragt.

[3]) - Start-/Landebahnlängen von 1400 m je nach Flugzeugtypen sind europäische Norm. Viele Flugplätze in der EU haben sich, unterstützt von ihren Gemeinden und Landkreisen, inzwischen dieser Vorschrift angepasst.

[4]) – Bei schlechtem Wetter kann zumindest von/bis zum nahe gelegenen Funkfeuer Maisach sicher geflogen werden.

[5]) – Bei neuer Genehmigung nur Instrumentenflugbetrieb möglich.

[6]) – Ein Bauantrag würde vorauss. zu erheblichen Diskussionen führen und erst nach langer Zeit mit Auflagen genehmigt werden.

[7]) – Es handelt sich um 4-6 sitzige, leise, schnelle Flugzeuge mit Abfluggewichten zwischen 1,5 und 4 Tonnen, die von nur einem Piloten gesteuert werden dürfen und denen ein großer Marktanteil in der zukünftigen Geschäftsfliegerei vorausgesagt wird.

[8] ) – „Ground/Space Based Augmentation System“, ersetzt ein klassisches Instrumenten-Landesystem durch Verfahren, die auf Satelliten-Navigation basieren, mit gleicher Qualität, aber ohne Installations- und Betriebskosten am Boden. Es ist eines der Dienste, die GALILEO anbietet und wird die Flugsicherheit an Verkehrslandeplätzen in Zukunft erheblich verbessern.

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06.12.2007

Maisachs Konzept weiter ohne Grundlage

Die Bürgerinitiative „Aufsteigen mit Fürsty“ findet zahlreiche sachliche Fehler in der Beschlussempfehlung des Wirtschaftsausschusses vom 29.11. und dringt auf eine Anhörung im Landtag.

„Als Bürgerinitiative begrüßen wir den Ansatz von Herrn Bocklet“ erklärte Bernhard Morell, 1 Sprecher der BI, zu den Nachrichten aus dem Landtag bezüglich der Folgenutzung des Fluggeländes. „Aber Herr Bocklet hat zu viele fachlicher Fehler in seinem Antrag, die, wenn seine Empfehlung befolgt werden würde, endlose Prozesse und eine viele Jahre dauernde Blockade zur Folge hätten. Damit ist das Maisacher Konzept buchstäblich ohne Grundlage. Ein Aufschwung für den wirtschaftlich rückständigen Landkreis FFB ist damit weiter nicht in Sicht.“ bedauert Bernhard Morell.

Die Bürgerinitiative begrüßt ausdrücklich die in der Beschlussempfehlung zum Ausdruck gebrachte Absicht, das Flugplatzgelände bestmöglich im Sinn der Anwohner und der Wirtschaft der Region zu nutzen, mit dem Ziel, möglichst schnell nachhaltig, qualifizierte Arbeitsplätze anzusiedeln. Dazu ist das empfohlene Nutzungskonzept der Gemeinde Maisach jedoch völlig ungeeignet. Maisach hat bisher weder das Planungsrecht, noch wird Maisach rechtlich in der Lage sein wird, das FFH-Gebiet in den kommenden Jahren zu zerstückeln und es damit zu zerstören. Wegen der unprofessionellen Maisacher Planung ist schon jetzt der Daglfinger Trabsport-Verein in eine ausweglose Lage gebracht worden. Eine der unrichtigen Tatsachen-Behauptungen von Herrn Bocklet ist, dass es nur zwei, sich gegenseitig ausschließende, Nutzungskonzepte gäbe. Richtig ist vielmehr, dass die BI im Januar 2007 ein drittes Konzept vorgelegt hat, das alle Nutzer-Interessen verbindet, und folglich die höchste Wertschöpfung erbringt und damit über mehr Arbeitsplätze und verbesserte Kaufkraft die meisten Vorteile für die Bürger: BMW könnte schneller mit dem Fahrsicherheitszentrum in Betrieb gehen, weil das Prozess-Risiko FFH-Gebiet wegfällt und das weitgehend leer stehende Gewerbegebiet Hasenheide kann zum Vorteil Fürstenfeldbrucks mit in die Konzeption einbezogen werden. Der Freistaat Bayern könnte nach 14 Jahren endlich seinen noch immer einklagbaren Verpflichtungen nachkommen, die er im Vergleich zur Nutzung von München II vor dem Bundesverwaltungsgericht übernommen hat, nämlich einen Ersatz-Flugplatz für die Allgemeine Luftfahrt in der Region München zu schaffen. Bisher sind von keiner Seite fachliche Gegenargumente gegen dieses Konzept gekommen, warum diskutiert der Landtag also nicht gerade dieses Konzept? Angebote zur Mitarbeit sowohl der BI als auch der Betriebsgesellschaft bei den Planungen für das Gelände wurden von Maisach jedes Mal zurückgewiesen, auch die Bürger durften erst ab dem 19. Juni 2007 nur angeblich vollendete Tatsachen zur Kenntnis nehmen.

Der Landtag sollte die Situation sorgfältig prüfen, damit am Ende nach vielen Jahren nicht alle Beteiligten vor einem Scherbenhaufen stehen – zum Schaden für die Region. Es ist offensichtlich, dass der Landtag in dieser für unsere Region wichtigen Angelegenheit keine Entscheidungen basierend auf einseitigen Informationen treffen darf. Daher hat die BI den Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses in einem Schreiben vom 4.12. aufgefordert, eine Anhörung zu diesem Themenkreis zu organisieren. Wir erwarten eine Antwort in naher Zukunft.


26.04.2006


Fast 10.000 Stimmen für einen zivilen Flugplatz Fürstenfeldbruck
Bürgerinitiative übergibt Unterschriften und Petition an den Bayrischen Landtag

Fast 10.000 Stimmen für einen zivilen Flugplatz Fürstenfeldbruck
Bürgerinitiative übergibt Unterschriften und Petition an den Bayrischen Landtag




Foto: privat




Am Mittwoch um 12.00 Uhr übergab Sassan Mottaghian, Sprecher der Bürgerinitiative „Aufsteigen mit Fürsty – Luftverkehr schafft Arbeitsplätze e.V.“, knapp 10.000 Unterschriften einer Petition für die zivile Nachnutzung des militärischen Flugplatzes Fürstenfeldbruck an Franz Josef Pschierer (CSU), dem Vorsitzenden des Ausschusses für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie im Bayerischen Landtag. Eingeladen waren weiter die Vertreter der Opposition im Ausschuss, Frau Dr. Hildegard Kronawitter (SPD), Herr Dr. Christian Magerl (Grüne), sowie Reinhold Bocklet (CSU) als Berichterstatter aus dem Landkreis.

„Ich bin immer noch überwältigt von der gewaltigen Resonanz auf unsere Petition. 9814 Unterschriften bis jetzt – das übertrifft unsere kühnsten Erwartungen. Vor allem aber, dass der überwiegende Teil der Unterschriften direkt aus der Region kommt! Die Menschen sehen wie wir eine einmalige Chance, jetzt müssen unsere Politiker endlich handeln!“ so Mottaghian kurz nach der Übergabe. Auch über die Region hinaus ist die Anzahl der eingegangenen Unterschriften beeindruckend. Die Bürgerinitiative hat auch Unterschriften aus Bayern, Deutschland und der ganzen Welt erhalten.

Der großartige Erfolg der kurzfristigen Petition dokumentiert den Willen der Bürger in Fürstenfeldbruck die Chancen zu nutzen, die sich aus einem Verkehrslandeplatz ergeben.

Die Petition bezieht sich auf das Landesentwicklungsprogramm, das in den kommenden Tagen im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie beraten wird. Die Petition fordert, den Verkehrslandeplatz Fürstenfeldbruck in seinem Bestand zu sichern. Nach dem Wegfall der militärischen Nutzung soll durch ein geeignetes Konzept die wirtschaftliche Nachnutzung des Militärflugplatzes Fürstenfeldbruck durch die Allgemeine Luftfahrt bis zu einem maximalen Abfluggewicht von 5,7 Tonnen ermöglicht werden. Aufgrund der bisher getätigten Investitionen des Bundes in den Militärflugplatz und der bestehenden guten Verkehrsanbindung über Straße und Schiene kann der Verkehrs-landeplatz ohne weitere Investitionen des öffentlichen Haushalts in Betrieb gehen. Nach Meinung der Bürgerinitiative „Aufsteigen mit Fürsty – Luftverkehr schafft Arbeitsplätze e.V.“ stellt das Fehlen eines Verkehrslandeplatzes der Allgemeinen Luftfahrt für Industrie und Handel einen wesentlichen Standortnachteil dar. Es ist daher nicht akzeptabel, dass in Zeiten einer zunehmenden Globalisierung ein solcher wirtschaftlicher Vorteil für die Region von der Politik nicht genutzt wird.

Der Startschuss für die Petition fiel Anfang Februar. Seitdem gelang es der Bürgerinitiative innerhalb von knapp drei Monaten die heute übergebenen Unterschriften zu sammeln. Auf die konkurrierende Unterschriftenaktion der Gegen-Bürgerinitiative angesprochen antwortet Mottaghian: „Die seit Jahren aktiven und gut organisierten Flugplatz-Gegner versuchen Ihre 900 gesammelten Unterschriften gegen den Verkehrslandeplatz als Wählerauftrag zu interpretieren. Angesichts unserer knapp 10.000 Unterschriften kann ich nur sagen: Das sind mehr als zehn Mal so viele Unterschriften für eine sinnvolle Nutzung des Flugplatzes und damit ein deutliches Votum an die Politik. In vielen guten Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck anlässlich unserer Informationsstände bekamen wie die Unterstützung, ohne die unser Erfolg nicht möglich gewesen wäre. Dafür möchte ich mich an diese Stelle noch mal bedanken.“

Pressemitteilungen zum Download als PDF


26.02.2006

Flugplatz schafft Attraktivität für Arbeitsplätze: EADS verlässt München

Mit dem Aus für den Flugplatz Neubiberg 1998, betrieben durch kurzsichtige politische Entscheidungen der Kommunen Unterhaching, Neubiberg und Ottobrunn folgt nun das Aus des luftfahrttechnischen Entwicklungszentrums Ottobrunn zugunsten des Standortes Manching. Manching hat infolge eines vorhandenen Flugplatzes, der sowohl für den militärischen wie auch für den zivilen Flugbetrieb genutzt werden kann, insbesondere für den Bereich EADS Military Air Systems (MAS) die bessere Infrastruktur.

Dieser Beschluss von der EADS Management gegen die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter in Ottobrunn führt zum Verlust von über 2500 Arbeitsplätzen für die Südost Region Münchens. Diese Entscheidung wird mit Sicherheit nicht ohne wirtschaftliche Folgen für die betroffene Region bleiben, wie z. B. der Preisverfall von Immobilien und der Abzug von weiteren Dienstleistungsunternehmen.

Das ist die Chance aus Fehlern zu lernen und die sich bietende Gelegenheit den Flugplatz Fürstenfeldbruck als zivilen Flugplatz für die Geschäftsfliegerei zu nutzen und langfristig Arbeitsplätze zu schaffen und nicht zu verlieren. Die Politiker sind aufgerufen zu handeln und die Weichen für eine positive Entscheidung zum Erhalt des Flugplatzes Fürstenfeldbruck zu stellen.


27.01.2006

Es tut sich was in Fürsty!

Anfang des Jahres hat sich in Fürstenfeldbruck die Bürgerinitiative "Aufsteigen mit Fürsty - Luftverkehr schafft Arbeitsplätze" gegründet. Ziele der BI ist die Förderung der allgemeinen Luftfahrt am Flugplatz Fürstenfeldbruck. Man möchte durch Öffentlichkeitsarbeit sachliche Aufklärung betreiben. Insbesondere gilt es zu vermitteln, dass ein Verkehrslandeplatz in der Region Arbeitsplätze schafft, die durch öffentliche Investitionen in den Fliegerhorst entstandenen Standortvorteile wahrt und die vorhandenen Zukunftchancen nutzbar macht. Ein Beitritt zur Bürgerinitiative unterstützt das Vorhaben, an Einfluß zu gewinnen und das breite Interesse an eine zivile Nutzung des Verkehrslandeplatzes in und über Oberbayern hinaus zu bekunden. Also - bitte nicht nur abwarten, sondern handeln. Der Beitritt ist kostenfrei. Die aktuelle Satzung und mehr Informationen gibt es unter www.aufsteigen-mit-fuersty.de oder !

Letzte Aktualisierung 29.04.2006

Aktuelle Meldung

- Keine Geschäftslieger in "OBI"
- BMW-Syndikat Asphaltfieber 2010
- BI verteilt Flyer bei der BMW-Hauptversammlung
- Offener Brief an Herrn Walch

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